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Sebastian Krämer Dienstag, 20. Februar 2018, 20:15

©Gerald von Foris

Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien

Dienstag, 20. Februar 2018, 20:15

Apollo Hannover

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Sebastian Krämer

Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien

Chanson http://www.sebastiankraemer.de Video

Man weiß nicht, wer mehr zu bedauern ist, der Jammerlappen oder die, die er naß macht... – während sich zeitgenössischer Deutschpop in der Exaltierung von Emotionen gefällt, verlegt Sebastian Krämer sich aufs Gegenteil:

beispielhafte Contenance als Umzäunung beispielloser Abgründe. Vergnügte Elegien (ein Genre, das zu diesem Zweck eigens erfunden werden mußte) führen den Beweis: Schlimmes kann durchaus bekömmlich sein – je nachdem, wie man es anrichtet.

Die Quellen, aus denen diese etwas anderen Stimmungslieder schöpfen, sind dunkel.

Dramatis personae: eine Puppe im Garten, eine Skulptur von Barlach, die Kinder einer

geläuterten Hexe im Linienbus, Mops und Bienenstich. Was sich in den Augen dieser

Figuren spiegelt wie die Lichter vorbeihuschender Fahrzeuge bei Nacht, erreicht uns nur als dumpfe Ahnung. Mediale Katastrophen verstauben auf Wiedervorlage; Krämer macht sich seine Sorgen noch selber. Und wie sich das für Sorgen so gehört, ist er noch nicht mit ihnen fertig geworden. Unter der Oberfläche beschwingter Melodien und eleganter Erzählungen schwelen Unheil, Trauer, Verlorenes, Vergebliches.

Dieser Chansonnier beherrscht die Kunst der Modulation auf allen Ebenen. Oder ist er ihr selbst hilflos ausgeliefert? Sein musikalisches Vokabular reicht von Swing bis Wiener Schule. In den Kommentaren gibt sich Krämer kapriziös, in den Liedern lieblich bis derb. Und je burlesker die Fassade, desto filigraner die Botschaft. Das ist Klagen auf hohem Niveau.


Sebastian Krämer erhielt 2017 den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA und

den Deutsch-Französischen Chansonpreis.

Deutscher Kabarettpreis 2012, Deutscher Kleinkunstpreis 2009

Das neue Programm. Hannover-Premiere